Arbeiterfotografie

Arbeiterfotografie ist ein Teilbereich der sozialdokumentarischen Fotografie, die innerhalb der Arbeiterbewegung entstand.

Die sozialdokumentarische Fotografie entwickelte sich in der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts und kann als Vorläufer und Anregung für die Arbeiterfotografie angesehen werden. Die Lebens- und Arbeitsbedingungen der „arbeitenden Klasse“ waren erstmals in der unter anderem von Henry Mayheur und John Brinny herausgegebenen Veröffentlichung „London Labour And The London Poor“ (Arbeit und Armut in London) Gegenstand der Fotografie (in Form von auf Fotografien beruhenden Zeichnungen).

Weitere wichtige Vorläufer und sozialdokumentarische Fotografen waren Jacob August Riis, der 1890 die Lebensbedingungen von Arbeits- und Obdachlosen in New York dokumentierte („How The Other Half Lives“; Wie die andere Hälfte lebt),Lewis Wickes Hine, der die Kinderarbeit zu Beginn des 20. Jahrhunderts in den USA zu seinem Thema machte und die Fotografen der Farm Security Association (FSA), u. a. Dorothea Lange und Walker Evans mit ihrer Dokumentation des amerikanischen Farmsterbens während der Depression gegen Ende der 1920er. In Deutschland ist insbesondere August Sander der Fotograf, der mit seinem Werk „Menschen des 20. Jahrhunderts“ den Blick auf das Soziale richtete.

Diese Fotografinnen und Fotografen widmeten sich den Lebens- und Arbeitsbedingungen von kleinen Handwerkern, Arbeitern und sozialen Randgruppen von außen. Die Bewegung der Arbeiterfotografen erhielt von diesen und anderen fotografischen Projekten Anregungen und bezog sich vielfach auf solche Beispiele in Form und Inhalt. Sie entstand jedoch als Teil der Arbeiterbewegung (nicht nur in Deutschland). Arbeiterfotografen waren und sind politisch und sozial engagierte Amateur-Fotografen, die aus der Perspektive Betroffener arbeiten. Arbeiterfotografen dokumentierten während der Weimarer Republik die eigene soziale Lage und verstanden die Fotografie als „Waffe“ zur Veränderung der Gesellschaft.

Die Mehrheit der Arbeiterfotografen der Weimarer Republik blieb anonym. Walter Ballhause, der nicht der Organisation der Arbeiterfotografen angehörte, ist in den 1970er Jahren als ein Fotograf bekannt geworden, der im Sinne der Arbeiterfotografie sozialdokumentarisch fotografierte.

 

Quelle: http://de.wikipedia.org/wiki/Arbeiterfotografie // Lizenz: Creative Commons BY SA

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