Amateurfotografie

Der "fotografische Amateur" führt eine Tätigkeit aus, die weder objektive Qualitätskriterien erfüllen muss, noch der Sicherung des Lebensunterhaltes dient. Amateurfotografie ist ein unter Umständen zeit- und kostenintensives Hobby, dessen Liebhaber sich in Clubs organisieren und in dem auch Wettbewerbe ausgetragen werden.

Manche Fotoamateure vermarkten ihre gelungensten Aufnahmen für Bildarchive oder Lokalzeitungen, womit sie sich in einer Grauzone zwischen Amateur- und Berufsfotografie befinden. Hier liegt auch der wesentliche Unterschied zwischen Amateur und Profi: ein 'Fotoamateur kann gute Bilder fertigen und diese vermarkten, ein Profifotograf muss in jedem Fall gute Aufnahmen liefern.

Engagierte Fotoamateure verfügen über keine reguläre fotografische Ausbildung, sondern haben sich Technik und Praxis autodidaktisch oder in Kursen angeeignet. Allerdings gibt es auch unter den Fotografen, vor allem im Bereich der Reportage- und Pressefotografie Quereinsteiger, das heißt, dass diese ihre Tätigkeit hauptberuflich ausüben ohne eine reguläre Ausbildung zum Fotografen durchlaufen zu haben.

Die Bezeichnung Knipser soll Fotografierende kennzeichnen, die ohne Kenntnisse oder Interesse an Fototechnik oder Bildgestaltung typischerweise Schnappschüsse aufnehmen. Der Ausdruck "Knipser" wird auch von engagierten Amateuren mit einer negativen Konnotation verwendet, um sich von deren fotografischer Anspruchslosigkeit klar zu distanzieren.

Soziologische Studien in der Tradition von Pierre Bourdieu unterstellen der Amateurfotografie den Zweck, den Zusammenhalt der Familie zu gewährleisten und zu fördern; Autoren wie Susan Sontag übernehmen diese Sichtweise weitgehend unreflektiert, der Fotohistoriker Timm Starl widerspricht ihr jedoch vehement.

Eine besondere Bedeutung haben Amateurfotografien ohne künstlerischen Charakter für die Historiografie und die Soziologie, da sie gerade das dokumentieren, was künstlerische und massen mediale Bilder nur gefiltert wiedergeben: das mehr oder minder authentische private und kulturelle Umfeld der Amateurfotografen und die Sichtweise, die der Fotografierende von sich und seinem Umfeld zeigen will.

Brisant sind auch häufig die Amateurfotografien von Soldaten, die an propagandistischer Filterung vorbei fotografiert wurden, worauf das Militär inzwischen teilweise mit einem Fotografierverbot reagiert. Strenge Verbote gibt es auch im Theater und in vielen Museen.

Generell findet man im Bereich der Amateurfotografie alles an Fotomotiven, was mit der jeweils verwendeten Ausrüstung fotografierbar ist. Hierunter auch zahlreiche Motive, die wegen ihrer Seltenheit (oder auch weil Berufsfotografen hierfür nicht engagiert werden) nicht von Berufsfotografen aufgenommen werden.

 

Quelle: http://de.wikipedia.org/wiki/Amateurfotografie // Lizenz: Creative Commons BY SA

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